Berlin ist die Stadt der Kiezkultur. Schick in Charlottenburg. Trendy in Mitte. Familiär und fashionable im Prenzlauer Berg. Die Torstraße liegt zwar in Mitte, will sich aber nicht so ganz dem durchdesignten Casting-Chic der Kastanieallee, geschweige denn dem hochbepreisten Galerien-Glamour rund um die August- und Linienstraße fügen. Ebenso wenig dem touristisch überfüllten Oranienburger Straßengetümmel. Torstraße bleibt Torstraße. Ehrlich und direkt. Die Torstraße hat von jedem was und für alle was. Zugleich bleibt sie mit allerlei Bausünden, Sanierungsbedarf und vierspurigem Straßenverkehr ungeschminkt. Diese Ehrlichkeit befreit und lässt Raum für die Liebe zum Detail. Shabby Chic, Schönheit hinter Ruinen, graue Fassaden, bunter Kern: Die Torstraße ist wohl eine der vielseitigsten und polarisierndsten Straßen der Hauptstadt. Hier trifft der Alte Fritz auf „Muschi Obermeier“, die digitale Boheme grüßt den Waschsalon, russische Wodka-Trinkhallen begegnen brasilianischen Cocktail-Künstlern, vietnamesische Gemüsehändler bieten italienischen Feinkostfabrikanten die Nachbarschaft an und 24-Stunden-Döner machen französischer Finesse Konkurrenz. Alles kann, nichts muss. Vieles geht.
Hacke, Spitze, Torstraße nimmt die kulinarische Vielfalt der Torstraße ins Visier. Alle Straßenkombinationen werden mit vollem Einsatz, Kreativität und Kampfeswillen durchgespielt. Einmal rauf und wieder runter. Südseite, Nordseite. Los geht’s Ecke Chauseestraße, linke Seite, bis zum Rosa-Luxemburgplatz und wieder zurück. Jeder Laden bekommt seine Chance. Vorspeise, Hauptspeise, Nachspeise. Im Gepäck: ein leerer Magen, Gier auf neue Eindrücke, ein Fotoapparat. Eine Nummer, ein Bericht. Jede Woche eine neue Adresse. Alles auf einer Straße.